Sicherheit an der Bahnhofstraße – Rundgang mit Grünen-Verkehrsexperte Markus Büchler

Tausende Autos passieren täglich die Bahnhofstraße. 75 % davon, so die offiziellen Zahlen der Verkehrszählung, stammen aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Die Folge: Staus, Lärm, Abgase und sinkende Lebensqualität. Grund genug für den Ortsverband der Grünen und die Bürgermeisterkandidatin Gudrun Hackl-Stoll, zu einem Verkehrsrundgang einzuladen. Dr. Markus Büchler, Landtags- und Kreistagsabgeordneter und ausgewiesener Verkehrsexperte, gab interessierten Bürgerinnen und Bürgern Anregungen und Ideen auf den Weg, wie der Verkehrsmisere beizukommen ist: 

1. Tempo 30 rund um die Uhr

Eine ganztägige Geschwindigkeitsreduzierung auf der Verkehrsader Bahnhofstraße würde zu weniger Lärm und Emissionen fahren und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden verbessern. Die Grünen beantragten bereits Tempo 30 ohne zeitliche Begrenzung. Die Bahnhofstraße ist eine Kreisstraße, zuständig ist das Landratsamt. Die Neuregelung der Straßenverkehrsordnung gibt den Kommunen mehr Handlungsfreiheit bei der Umsetzung. Wir sagen: Sicherheit ist entscheidend, um z. B. das Fahrradfahren attraktiver zu machen.

2. Zebrastreifen sind sicher

Gut ausgeleuchtete, markierte und einsehbare Zebrastreifen sind sicher und in der Unfallstatistik vergleichbar mit Ampeln, wie eine Untersuchung der deutschen Versicherungswirtschaft zeigt. Zebrastreifen gehen zudem einher mit einer Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30. Sie sind schnell umsetzbar und im Unterhalt deutlich billiger als Ampeln. Es könnte also mehr von ihnen geben. 

3. Tieferlegung der S-Bahn unwahrscheinlich 

Eine Tieferlegung der S-Bahn, die den Verkehr auf der Bahnhofstraße derzeit alle 20 Minuten zum Erliegen bringt, wäre dem Verkehrsfluss dienlich, erscheint laut Büchler aber nicht realistisch. Angesichts des hohen Investitionsdrucks sowohl bei der Bahn als auch im Bund ist mit Geldern kaum zu rechnen. 

4. Fahrradschutzstreifen gut konzipieren

Radschutzstreifen müssen gut konzipiert werden, denn die Bahnhofstraße ist vielerorts eng. Kopfparkplätze wie vor den Geschäften bei Rossmann sind gefährlich für vorbeifahrende Radfahrer*innen. Hier bedarf es einer guten Abwägung und ggf. neuer städtebaulicher Planungen, um Parkplätze für die Geschäfte zu erhalten und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisten. 

5. Flexbusse ein großer Erfolg

Der Probebetrieb der Flexbusse im südlichen und westlichen Landkreis ist ein voller Erfolg. Ziel ist es, die Ruf-Busse auch in anderen Gemeinden einzusetzen. Dies könnte auch in Höhenkirchen-Siegertsbrunn das Aufkommen an Individualverkehr reduzieren. Leider fehlt dem Landkreis derzeit die finanzielle Ausstattung. „Wir bleiben dran“, sagt Markus Büchler. „Alle Parteien im Kreistag wollen das.“