Zwischenbericht zum Energienutzungsplan

Das Thema nachhaltige Energieversorgung beschäftigt nicht nur die Bundesregierung, auch auf kommunaler Ebene wird diskutiert, wie unser Ort künftig ökologisch nachhaltig mit Wärme und Strom versorgt werden kann. Seit gut einem Jahr wird unter Leitung von Prof. Dr. Herbert Palm von der Hochschule München ein Energienutzungsplan erstellt, für den jetzt ein Zwischenbericht vorgelegt wurde.

In den vergangenen zehn Jahren hat Höhenkirchen-Siegertsbrunn seinen Anteil an erneuerbaren Energien um 6% gesteigert. Mit diesem Tempo schrammt die Kommune an allen Vorgaben zur CO2-Neutralität vorbei. So will der Landkreis München bis 2030 eine Reduktion der Treibhausemissionen um 54% im Vergleich zu 2010 erreichen.

Aktuell werden in Höhenkirchen-Siegertsbrunn 150 Gigawatt-Stunden Energie im Jahr verbraucht, davon fallen 60% auf den Wärmesektor, 25% auf den Verkehrs- und 15% auf den Stromsektor. Ein Drittel der Energie wird durch Gas erbracht. „Wenn wir unabhängig vom Erdgas sein wollen, müssen wir in Wärme investieren“, so Herbert Palm. Sein Vorschlag: die Errichtung eines kommunalen Wärmenetzes (mit Bundesförderung), das per Geothermie versorgt wird. Notwendig dafür sind indes Investitionen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, deswegen ist eine Kooperation mit anderen Gemeinden unerlässlich, ähnlich wie es die Gemeinde bei der ARGE Windkraft praktiziert. Palm fordert, mit dem Aufbau des Wärmenetzes zügig zu beginnen, denn die Bauarbeiten für die Verlegung der Rohre sind aufwändig.

Für die Stromerzeugung rechnet sich im privaten Bereich die Installation einer Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu erhöhen. Für Stromerzeugung im großen Maßstab sind neben der Windkraft auch Freiflächen-PV-Anlagen denkbar. Um die Bürger bei den Fragen und Diskussionen zur Energieversorgung mitzunehmen, wird der Nutzungsplan von umfangreicher Kommunikation begleitet, die vom einem Forschungsprojekt der Hochschule unterstützt wird. Zudem plant das Rathaus in Kürze eine Bürgerbefragung zum Thema Nah- und Fernwärme, um eine entsprechende Planungsgrundlage zu erhalten.
Wir Grünen unterstützen die Geothermie, da sie die ökologisch nachhaltigste Form der Wärmeversorgung darstellt.

 

Ökostrom mit Neuanlagenquote

Mit knapper Mehrheit entschied sich der Gemeinderat, 2024 bis 2026 Ökostrom mit Neuanlagenquote zu beziehen. Dies hatten wir Grünen in der Vorberatung gefordert. Ökostrom stammt oft aus älteren, abgeschriebenen Großwasserkraftwerken, was keinen zusätzlichen Umweltnutzen ergibt. Bei Ökostrom mit Neuanlagenquote dagegen stammt die Hälfte des Stroms aus Anlagen, die nicht älter als vier Jahre sind. Dadurch wird ein Anreiz zum Bau neuer, nachhaltiger Anlagen gesetzt. Für die Gemeinde ergeben sich Mehrkosten von 6000 Euro bei einem jährigen Strombezug von knapp einer Million Kilowattstunden.
Die Grünen unterstützen den Vorstoß der Gemeinde, sich an dem Landkreis-Konzept zur Anpassung an Klimafolgen zu beteiligen. Dabei werden zum Beispiel Klimaanalysen für die Kommune entwickelt, Wärmeinseln ermittelt und Maßnahmen gegen Hitze und Trockenheit geplant. Die Grünen plädieren dafür, für die Entwicklung des Konzeptes Personal einzustellen. Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif, auch in den Nachbargemeinden sind die Umweltämter personell gut ausgestattet. Die entsprechende Stelle wird bis zu 80% gefördert.

 

Neuausrichtung Gemeindeblatt

Nicht durchsetzen konnte sich die Verwaltung mit ihrem Vorschlag, das Gemeindeblatt zu modernisieren und inhaltlich zu straffen. Das Blatt wird ein weiteres Jahr vom bisherigen Dienstleister erstellt. Die Zeit soll genutzt werden, um eine neue Ausschreibung vorzubereiten und das neue Corporate Design des Ortes zu erstellen.

 

 

Für die Fraktion: Dorothee Stoewahse

Die namentlich gekennzeichneten Beiträge stellen eine Auswahl der Tagesordnungspunkte dar und spiegeln die subjektive Sicht der schreibenden Räte und Rätinnen wieder. Die weitere Berichterstattung findet sich in der Tagespresse und im Gemeindeblatt. Öffentliche Beschlüsse werden bald auch im Bürgerinformationssystem einsehbar sein.

 

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